Beziehungs- und Bindungstypen erklärt - Liebeskummer

Trennung verarbeiten

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Beziehungs- und Bindungstypen erklärt

Tipps | Ratschläge

Bindungs- & Beziehungstypen, Verlustängste erkennen

Bindungstypen erklärt

On-Off Beziehung. Das Spiel zwischen Nähe und Distanz.

Wie gewinne ich meine große Liebe zurück? Bestimmt hast auch du schon einmal die große Liebe erfahren. Du fühltest dich im siebenten Himmel. Du glaubtest den idealen Partner* für dich in gefunden zu haben. Du konntest sie spüren diese unglaubliche sexuelle und intellektuelle Anziehungskraft zwischen euch beiden. Diesmal war alles anders. Mit dieser Person konntest du dir eine gemeinsame Zukunft vorstellen.


Dennoch wollte es zwischen euch nicht so recht funktionieren. Trotz der großen Anziehungskraft zwischen euch beiden war eine stabile und langfristige Beziehung nicht möglich. Sobald eure Beziehung reifte und verbindlicher wurde entglitt dir dein Partner.


Er oder sie wirkte auf einmal sehr distanziert und emotional kalt. Kuscheleinheiten und Sex wurden dir plötzlich verwehrt. Telefonanrufe und Nachrichten wurden nicht oder nur noch sehr zögerlich beantwortet. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat dein Partner den Kontakt zu dir vollständig abgebrochen und war für Tage oder Wochen nicht verfügbar.


Aber: Vielleicht warst du die Person, die das Weite suchte. Du fühltest dich eingeengt und in deiner Freiheit bedroht. Du konntest nicht anders als dich zurückzuziehen.


Die Yo-Yo Beziehung:

Zwischen euch entwickelte sich eine On-Off Beziehung. Ihr durchlebtet immer wieder wechselnde Phasen von intimer Nähe und Distanz. Ihr konntet nicht miteinander leben aber auch nicht ohneeinander.


Suchte einer von euch mehr Nähe wurde es dem anderen bald zu viel, sodass dieser flüchtete. Nach einer Phase der Ruhe und der Distanz, kehrte dieser Partner*in jedoch stets zurück. Dieser Vorgang wiederholte sich mehrfach.


Ihr durchlebtet viele Phasen der Annäherung und der Distanz. Eure Beziehung mochte nicht richtig in Gang gekommen, sie zog sich hin wie ein langer Kaugummi.


Die Ursachen für dieses Verhalten lassen sich mit der Bindungstheorie erklären. Wenn dir nur einer dieser Punkte bekannt vorkommt, solltest du daher unbedingt weiterlesen.


Die Bindungstheorie

Die Bindungstheorie versucht das Beziehungsverhalten zwischen Menschen zu erklären und Störungsmuster einer Beziehung aufzudecken. Dabei wird zwischen drei Haupttypen und einem Mischtyp unterschieden.


Welcher Typ wir sind hängt anfänglich von unserem Elternhaus ab. Lebten unsere Eltern in einer gesunden Beziehung, haben wir genug Liebe erfahren, wurden jedoch davon nicht erdrückt? Dann stehen die Chancen gut, dass wir uns zu einem sicheren Beziehungs-Typ entwickeln.


Der zweite wesentliche Faktor für unsere emotionale Entwicklung ist das soziale Umfeld, sowie Erfahrungen in unserer Kindheit und Jugend. Welche Erfahrung haben wir im engen Familienumfeld (Onkel, Tanke…) gemacht? Gab es schwierige Scheidungen oder viel Streit wirkt sich das negativ auf unsere Entwicklung und das Beziehungsverhalten aus.


Der dritte Faktor sind unser schulisches Umfeld sowie der Freundeskreis. Wurden wir in der Schule gehänselt, oft von Freuden enttäuscht, ausgenutzt oder verlassen? Falls ja, können sich Verletzungen in unserer Seele entwickeln.


Solche Verletzungen können tiefe Narben hinterlassen und sich bis in das Erwachsenenalter auswirken. Um weitere Verletzungen ihrer Seele zu vermeiden, entwickeln manche Menschen ausgefeilte Strategien, um sich vor schmerzhaften Gefühlen und Enttäuschung zu schützen.


Mit Erreichen des Erwachsenenalters haben wir die erste Hürde genommen. Haben wir bis dahin keine tief greifende Enttäuschung und Verletzung erlebt stehen die Chancen gut, dass wir in der Lage sind glückliche Beziehungen zu führen.


Doch dürfen wir uns deswegen keineswegs sicher fühlen. Während des Lebens können wir unseren Bindungstyp mehrfach ändern. Traumatische Erfahrungen in Form einer ungesunden Beziehung oder einer schweren Trennung z.B. mit Kindern , können dich aus der Bahn werfen. Infolge ist es möglich, dass du dich von einem ursprünglich sicheren Bindungstyp in einen unsicheren Bindungstyp (also ängstlich oder vermeiden) verwandelst. Dieser Typ wirst du so lange bleiben bis deine seelischen Wunden verheilet sind, dies kann unter Umständen viele Jahre dauern.


Wenn dein Partner*in eine emotional stabile und ausgeglichene Persönlichkeit besitzt, kann dir dies hingegen sehr guttun. In diesem Umfeld erhältst du die Gelegenheit deine seelischen Wunden zu heilen und Vertrauen (neu) zu erlernen. Infolge hältst du die Chance dich zu einem sicheren Bindungstypen weiterzuentwickeln


Ein Sprichwort sagt:
Du bist der Durchschnitt der fünf engsten Personen, mit denen du dich umgibst.

Ich möchte dir daher raten sehr auf dein Umfeld zu achten. Umgib dich möglichst nur mit Personen, die dir langfristig guttun. Das bedeutet nicht, dass du Freunde nicht unterstützen sollst, falls Sie mal durch eine schwierige Lebensphase gehen.

Wenn jemand jedoch immer schlecht gelaunt ist oder eine generell pessimistische Lebenseinstellung hat solltest du überlegen, ob das der richtige Umgang für dich ist. Bedenke diese Eigenschaften werden mittel bis langfristig auf dich abfärben. Umgibst du dich mit den falschen Personen, wirst du zwangsläufig deren negative Eigenschaften übernehmen.


Welche Bindungstypen / Beziehungstypen gibt es?

Der sichere Bindungstyp

Der sichere Bindungstyp ist emotional gesund und ausbalanciert. Er ist gefestigt, stabil und besitzt einen hohen Selbstwert, zudem ist er offen und sozial kompetent. Er kennt die positiven Eigenschaften in anderen Personen und ist fähig sich emotional fest zu binden.


Der sichere Bindungstyp ist mit als auch ohne Partner glücklich. Er wird seinem Partner auch in schwierigen Zeiten unterstützen und zu diesem stehen. Wenn ein Partner jedoch gegen seine Werte verstößt, wird er diese Beziehung beenden. Eine Beziehung, die ihm nicht guttut oder gar schadet wird er mittelfristig beenden. Er durchlebt lieber einen kurzen Trennungsschmerz, als sich über lange Zeit zu quälen, dies gebietet ihm sein Selbstwert.


Der sichere Typ wird die Trennung schnell als Lernerfahrung/ Lebenserfahrung abhacken und sich der Zukunft zuwenden. Er wird weder seine Werte noch seine emotionale oder körperliche Gesundheit für eine Beziehung opfern, die es nicht Wert ist, erhalten zu werden.


Der sichere Bindungstyp funktioniert daher nur in Beziehung mit anderen sicheren Bindungstypen. Beziehungen zu ängstlichen oder vermeidenden Typen wird er nach einer (Probe)Zeit beenden. Er wird erkennen, dass diese ihm Schaden und sich der Zukunft zu werden.


Der ängstliche Bindungsstyp

Der ängstliche Bindungstyp ist unsicher und hat einen geringen Selbstwert. Er hat (eine tiefere innere) Angst verlassen zu werden und kann nicht allein sein.


Dieser Typ verliebt sich sehr schnell und redet bereits beim „ersten“ Date von großer Liebe und Beziehung. Da er große Angst vor dem Alleinsein hat, benötigt immer jemanden an den er sich anheften und festhalten kann. Er erwartet bedingungslose Aufmerksamkeit und vereinnahmt anderen Personen. Wenn seine Nachrichten nicht sofort beantwortet werden, schreibt oder ruft er innerhalb von Minuten an.


In einer Beziehung ist er derjenige der klammert. Gegenüber seinem Partner*in ist der eifersüchtig und kontrollierend. Er denkt nur an sich und nimmt keine Rücksicht auf die Bedürfnisse seines Partners. Im Gegensatz dazu, nimmt er sich selbst jedoch viele Freiheiten heraus.


Dem ängstlichen Bindungstyp ist es kaum möglich, sich in Gefühle anderer Personen hineinzuversetzen und deren Bedürfnisse zu erkennen, dafür mangelt es ihm an emotionaler Kompetenz.


In seiner Welt dreht sich alles um ihn, er möchte Mittelpunkt stehen, die Belange anderer nimmt er nicht wahr. Er ist ein emotionaler Vampir (bzw. Energievampir) der seinem Partner und Umgebung überbeansprucht und aussaugt.


Merke
Ursache für dieses schädliche Verhalten ist ein angeschlagenes Selbstbewusstsein und eine tiefsitzende Angst verlassen zu werdenDaher heftet er sich an vermeintlich starke Personen an, die er dann nicht wieder loslassen wird. Denn er ist sich selbst nicht wert genug und glaubt andere nur so binden zu können.


Der ängstliche Typ fühlt sich zu Personen hingezogen, die ihn nicht wollen, da diese ihm als stark erscheinen. Er selbst sieht sich hingegen als schwach und bedürftig an.

Der ängstliche Typ wird von dem vermeidenden Typ magnetisch angezogen, da diese beiden Typen sich ergänzen. In einer gemeinsamen Beziehung wird jedoch keiner von beiden glücklich werden.


Der vermeidende (abweisende) Bindungstyp

Der vermeidende Bindungstyp wirkt auf den ersten Blick sehr selbstsicher und attraktiv. Innerlich ist er jedoch sehr unsicher, dies überspielt er mit einem aufgesetzten Selbstbewusstsein.


Von anderen wird er häufig als selbstbewusst und anziehend wahrgenommen. Er hat viele der Verabredungen und Affären, lässt sich jedoch auf nichts Festes ein.


Ihm ist kein Partner gut genug. Er sucht immer nach „vorgeschobenen“ Gründen, um keine Beziehung eingehen zu müssen. Bei anderen Personen stellt er stets die „negativen“ Eigenschaften in den Mittelpunkt. Positive Dinge werden heruntergespielt, dafür scheint er Blind zu sein.


Mit diesem Verhalten boykottiert der vermeidende Typ sein Glück selbst!


Lässt der vermeidende Bindungstyp sich doch mal auf einen „festen“ Partner ein, wird er die Flucht ergreifen, sobald die Beziehung etwas verbindlicher und gefestigter wird. Er wird sich eingeengt führen und emotional als auch räumlich zurückziehen, sobald er seine Freiheit bedroht sieht. Mit dieser Strategie schützt er sich vor emotionalen Verletzungen.


Ähnlich wie der ängstliche Typ leidet auch der vermeidende Typ unter der Angst verlassen zu werden. Der vermeidende Typ begegnet dieser Angst jedoch damit, in dem er sich erst gar nicht auf eine feste Beziehung einlässt.


Kurzfristig wirkt das scheue Verhalten des vermeiden Typs auf das andere Geschlecht sehr attraktiv, da es dessen Jagdinstinkt weckt. Eine psychisch gesunde Person (stabiler Typ) wird dieses Verhalten aber nicht lange ertragen und die Jagd aufgeben.


Der vermeidende und der unsichere Typ ziehen sich hingegen an, da sie sich in ihren Ängsten gegenseitig ergänzen. Der ängstliche Typ ist der Einzige, der das Fluchtverhalten des scheuen Partners langfristig aushält, auch wenn es ihm nicht guttut.


Merke
Wenn dein Partner sich wiederholt und ohne erkennbaren Grund zurückzieht, hast du es wahrscheinlich mit einem vermeidenden Typen zu tun. Du merkst das daran, dass dein Partner plötzlich kühl wirkt, den Sex vermeidet, nicht mehr auf deine Nachrichten antwortet und dir (häufig für Wochen) aus dem Weg geht. Sobald du die Kontaktversuche einstellst, wird sich dein Partner jedoch wieder bei dir melden und zu dir zurückkehren. Eure Beziehung wird wieder in eine aktive Phase übergehen, bis dein Partner sich eingeschränkt fühlt und erneut die Flucht ergreift. Dieser Vorgang kann sich mehrfach wiederholen.


Der ängstlich, vermeidende Bindungstyp

Der ängstlich, vermeidende Beziehungstyp ist eine Mischung aus dem ängstlichen und vermeidenden Bindungstypen. Dieser Typ hat ein geringes Selbstwert bzw. Selbstbewusstsein. Er verhält sich mal ängstlich mal vermeidend.


Häufig ist es so, dass ein Partner idealisiert wird. Dieser nicht erreichbare (Traum)Partner wird auf ein Podest gehoben da er bzw. sie so gut zueinander passen. Bei der Jagd nach diesem passenden Gegenstück, werden alle anderen potenziellen Partner ausgeschlossen.


Durch diese eingeschränkte Sichtweise bzw. Scheuklappen entgehen dem ängstlich, vermeidenden Typen viele Chancen. Potenzielle Anwärter*innen werden übersehen, auch wenn sie sich noch so offensichtlich anbieten.


Auch der ängstliche, vermeidende Typ boykottiert sein Glück damit selbst.


Dieser Typ kann nach einer schwierigen Beziehung bzw. Trennung entstehen. Meist stellt dies eine Übergangsphase dar, bis alle Wunden aus der alten Beziehung geheilt sind. Diese Übergangsphase kann jedoch mehre Jahre dauern.



Aktualisierung: 21.06.2022

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